Langsam – langsamer – extrem langsam – Zeitlupe.
Mein Tempo, um dorthin zu gelangen, wo ich hinmuss, ist so langsam.
Der Versuch, schneller zu werden, scheint das Gegenteil zu bewirken.
Das ist unbegreiflich und so frustrierend, Herr.
Ist das wieder eine Lektion in deinem „umgekehrt“ Königreich?
Ich dachte, ich hätte zu Beginn des Rennens ein gutes Tempo vorgelegt.
Die Wetterbedingungen waren günstig: sonniger Himmel und Windstille.
Ein letzter tiefer Atemzug, und ich konzentrierte mich ganz auf die Ziellinie.
Als der Startschuss fiel, schoss ich wie eine Kugel aus den Startblöcken.
Eine Weile konnte ich mit den anderen Läufern mithalten, merkte aber schnell, dass meine
Kraftreserven sich dem gefürchteten „Nullpunkt“ näherten.
Meine Gedanken rasten, während ich gleichzeitig versuchte, meine Beine zu mehr
Geschwindigkeit anzuspornen und mein Herz zu überreden, langsamer zu schlagen,
bevor es mir buchstäblich aus der Brust sprang.
Ich schaute nach links und rechts, um meinen Fortschritt zu analysieren,
und dachte, dass die Ziellinie nur noch wenige Meter entfernt sei und dass ich
mindestens mit der Bronzemedaille für den dritten Platz belohnt werden würde.
Die harte Wahrheit traf mich wie ein Schlag, als ich die Realität erkannte.
Links und rechts von mir war niemand und hinter mir war auch niemand.
Das eigentliche Rennen fand weiter vorne statt – ohne mich.
Ich versuchte, mitzuhalten, aber ich lag weit zurück.
Einer nach dem anderen hatte mich überholt.
Da war ich nun, ganz hinten im Feld der Läufer.
Herr, meine Kraft schwindet und ich bin so müde.
„GEH LANGSAM, GEH LANGSAM“, hörte ich.
Wie soll ich das Rennen rechtzeitig beenden, wenn ich langsam laufe, Herr?
„Es geht nicht um Geschwindigkeit oder darum, die beste Zeit zu erreichen.
Lauf einfach weiter, egal wie langsam.
Wenn langsam dein Tempo ist, dann lauf langsam.
Schau nicht auf die Geschwindigkeit der anderen Läufer.
Lauf in deinem Tempo! Bleib in deiner Spur! Lauf dein Rennen!
Ich bin hier bei dir, mach weiter und gib nicht auf.
Halte durch und wir werden das Rennen gemeinsam beenden.
Folge einfach meiner Führung. Wenn du schneller werden musst,
werde ich der Wind in deinem Rücken sein.
Das Leben ist kein Hundertmeterlauf. Es ist wie ein Marathon.
Lauf langsam und gleichmässig in deinem Tempo.
Mach dir keine Sorgen um deine Position im Rennen.
In diesem Rennen gelten andere Regeln!
Konzentriere dich auf mich und höre auf meine Anweisungen.
Du wirst dort ankommen, wo du sein musst, wenn du dort sein musst.
Genau rechtzeitig!